Plakativ gegen Atomkraft

Veröffentlicht am 21.07.2009 in Presseecho
 

m Montag machte der Anti-Atomtruck der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg auf dem Marktplatz Station. Spektakulär war der Aufbau eines "Bohrturms" von sechs Metern Höhe. Damit und mit Straßentheater machten sie auf die ungelöste Atommüllfrage aufmerksam.

EMMENDINGEN. Das Atommüllager könnte genauso gut in Emmendingen stehen – so argumentieren jedenfalls die Umweltschützer aus Gorleben, die am Montag mit einer symbolischen Atombohrung auf dem Marktplatz auf sich aufmerksam machten. "Das Mindeste, was wir wollen, sind vergleichende Untersuchungen", sagte ihr Sprecher Wolfgang Ehmke bei der Aktion auf dem Marktplatz.

Damit wolle die Bürgerinitiative Landkreis Lüchow-Dannenberg die Standortwahl für das Atommüll-Endlager persiflieren: "Das war eine geopolitische Entscheidung, die hatte nichts mit der Bodenbeschaffenheit zu tun", so Ehmke. Gerhard Harder informierte derweil am Mikrofon darüber, warum Gorleben ungeeignet sei. Kasperltheater für Groß und Klein und die Runde mit dem großen Rad rund um den Marktplatz machten Passanten aufmerksam, ebenso die direkte Ansprache: "Haben Sie noch Atomstrom oder leben Sie schon?!" Der Anti-Atomtreck auf dem Marktplatz warb dafür, aus der Atomkraft auszusteigen: Weltweit gebe es kein Endlager für hochradioaktive Abfälle und die signifikant hohe Krebsrate im Umfeld von Atomkraftwerken seien zwingende Gründe, aus der Atomkraft auszusteigen.

"Die Aktion war ein Erfolg", urteilte Erhard Schulz, einer der Sprecher der Badisch-elsässischen Bürgerinitiativen, die diese Aktion nach Emmendingen eingeladen hatten. Denn auf dem Marktplatz seien auch Menschen erreicht worden, die sich sonst nicht mit dem Thema beschäftigt hätten. Schulz beschreibt stellvertretend die Reaktion einer älteren Dame: "Das will ich nicht haben, hier nicht und in Gorleben nicht – das darf gar nicht erst hergestellt werden", habe sie gesagt – "also genau die richtigen Schlüsse gezogen", sagt Schulz.

Als Erfolg beurteilte er auch das Diskussionsgespräch am Sonntagabend in Weisweil, an dem sich auch der FDP-Abgeordnete Dieter Ehret und der SPD-Bundestagskandidat Johannes Fechner beteiligt hätten. Die Bürgerinitiative tourt mit dem Bohrgerüst durch die Republik, erkundet Marktplätze auf deren Eignung als Endlager, spielt Kasperltheater und singt. "In einem Atomkraftwerk entsteht pro Jahr und Megawatt Leistung etwa die Radioaktivität einer Hiroshimabombe", heißt s zu diesem Thema in einer Pressemitteilung des BUND-Kreisverbandes, der die Aktion unterstützt. .

 
 

Homepage Dr. Johannes Fechner

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